TAG 3, Sonntag, 28. Mai

Rock Hard Festival 2023 - WUCAN (c) StagePix.de
Rock Hard Festival 2023 – WUCAN (c) StagePix.de

Etwas angeschlagen von den letzten beiden Tagen beginnt der finale Festivaltag für mich mit einer unerwarteten Überraschung und einem absoluten Highlight des diesjährigen Rock Hard Festivals 2023. Als erste Band stehen für mich WUCAN auf dem Programm, zu deren Beginn ich gerade pünktlich in den Fotograben schlittere.

Zum Stehen gekommen, fesselt mich die Ausstrahlung von Fronterin Francis Tobolsky. Die Multiinstrumentalistin beherrscht nicht nur ihr eigenes Instrument – die Stimme – sondern auch noch Gitarre, Querflöte und Theremin. Die Kollegen von metal.de bezeichneten den Stil von WUTAN als Krautrock. Das kommt der Sache schon nahe, trifft es aber für mich noch nicht 100% – besser einordnen kann ich es aber auch nicht.

Sichtlich geht es vielen im Publikum wie mir: man hatte die Band nicht wirklich auf dem Schirm ist aber positiv überrascht. Die Vibes der Dresdener Kapelle passen hervorragend zur Atmosphäre an diesem schönen und sonnigen Sonntag und ich bin ganz froh, dass dieser so für mich begonnen hat.

Rock Hard Festival 2023 - LEGION OF THE DAMNED (c) StagePix.de
Rock Hard Festival 2023 – LEGION OF THE DAMNED (c) StagePix.de

Weiter geht es dann mit LEGION OF THE DAMNED, die ihr gewohntes Thrash-Brett durchdrücken. Im Kontrast zu WUCAN vielleicht ein etwas zu krasser Wechsel, dennoch kommen die Niederländer überwiegend ganz gut an und bringen etwas Bewegung in die angegrillte Crowd.

Rock Hard Festival 2023 - ENFORCER (c) StagePix.de
Rock Hard Festival 2023 – ENFORCER (c) StagePix.de

Als nächstes stehen die schwedischen Speed-Metaller von ENFORCER um Fronter Olof Wikstrand auf der Bühne des Rock Hard Festival 2023. Mit einem ebenfalls oldschoollastigen Set lässt die Kapelle nichts anbrennen. Leider hören wir Olofs letzte Worte des Gigs nicht mehr, da der Mischer das schon leicht überzogene Set diskret ausfadet. Nicht nur mit ihren Zugaberufen, sondern auch mit etlicher Bewegung attestieren die Besucher/-innen der Band ihr Wohlgefallen. Zeit für eine hopfige Abkühlung, bevor es dann weiter geht mit: TANKARD

Rock Hard Festival 2023 - TANKARD (c) StagePix.de
Rock Hard Festival 2023 – TANKARD (c) StagePix.de

Bier und TANKARD, merkste was? Genau so geht es dann auch weiter und TANKARD machen, was sie eben so machen und das in gewohnter Routine. Like it or hate it, ballern die Jungs durchs Set und ernten von der Bierseeligen Crowd ordentlichen Support. Am Ende der Show kommt Sabina Classen noch einmal mit auf die Bühne und brüllt gemeinsam mit Fronter und seit kurzem Verlobten Gerre die Show durchs Finale.

Rock Hard Festival 2023 - KATATONIA (c) StagePix.de
Rock Hard Festival 2023 – KATATONIA (c) StagePix.de

Auf die kommende Band freue ich mich besonders: KATATONIA. Die Dunkelmetaller aus Schweden sind eine gute Abwechselung, vor allem direkt nach TANKARD und unterstreichen mal wieder das gute Händchen beim Billing des Rock Hard Festivals 2023. Leider treten die Schweden um Fronter Jonas zu diesem Gig ohne Lead-Gitarre auf. Diese kommt nicht – wie einige andere Parts des Sets – aus der Konserve, sondern fehlen leider ganz. Gerade die Arrangements, die oft auf die Dialoge beider Gitarren aufbauen, leiden hier deutlich. Zudem ist der Sound auf den unteren Rängen und vor der Bühne schier unerträglich matschig und viel zu dröhnend. Wenigstens ist das Schlagzeug in großen Teilen des Sets viel zu laut, was den Gesamteindruck des Sounds abrundet. Die Resonanz des Publikums ist eher durchwachsen.

Zwar steht das aktuelle Album der Kapelle klar im Focus des Sets, aber auch auf die Hits müssen die Besucher/-innen des Rock Hard Festivals 2023 nicht verzichten. In der Summe hätte ich mir deutlich mehr vom Auftritt KATATONIAs erhofft.

Rock Hard Festival 2023 - MSG (c) StagePix.de
Rock Hard Festival 2023 – MSG (c) StagePix.de

Das Finale für das Rock Hard Festivals 2023 geben MICHAEL SCHENKER mit seiner MICHAEL SCHENKER GROUP. Der extrovertierte Scorpions Gitarrist hält sich moderat und lässt seiner Band viel Raum. Auch Fronter Ronnie Romero macht einen echt guten Job und zieht das Publikum schnell in seinen Bann. In der Summe ist der Gig definitiv ein Highlight des Rock Hard Festivals 2023 und spätestens bei Songs wie „Doctor Doctor“ oder „Only You Can Rock Me“ gibt es kein Halten mehr im Amphitheater Gelsenkirchen.

Fazit

Das Rock Hard Festival 2023 hat in diesem Jahr ein würdiges Jubiläum gefeiert. Mit einem ausgewogenen und spannenden Line-Up blieb das Festival auch in diesem Jahr seiner guten Tradition treu. Lediglich der – zugegebenermaßen etwas schwierige – Sound im Amphitheater und die neue Security ließen in diesem Jahr noch gut Platz für Verbesserung.