TAG 2, Samstag, 27. Mai

Rock Hard Festival 2023 - MIDNIGHT RIDER (c) StagePix.de
Rock Hard Festival 2023 – MIDNIGHT RIDER (c) StagePix.de

Die erste Nacht auf dem Parkplatz war Ok. Der ehrenlose Abspannwarn der anderen Besucher/-innen sorgte eben dafür, dass ich neben der Gruppe mit den dicksten Boxen nächtigen musste. Die haben das Geballer aber zumindest so zeitig abgestellt, dass noch ein paar Stunden Schlaf blieben. Nachdem die Bialetti mir dann nach ein paar Durchläufen Kaffee wieder ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert hat, startete der Tag mit:

MIDNIGHT RIDER: Im wahrsten Sinne des Wortes ein wenig angeschlagen, eröffnen die Jungs aus Koblenz den Samstag. Gitarrenmann Blumi nahm den Gig mit Beinverletzung entspannt im Sitzen, was der Performance aber keinen Abbruch tat. Die Crowd genoss sichtlich sowohl die Sonne also auch die Klänge der Band.

Rock Hard Festival 2023 - KNIFE (c) StagePix.de
Rock Hard Festival 2023 – KNIFE (c) StagePix.de

Weiter geht’s mit Volldampf. Die Jungs von KNIFE machen das, was sie am besten können: sympathisch die Venue zerlegen. Die Hessener Speed-Metaller punkten mit sauberer Show und guter Einstellung. Mit seinen klaren Worten gegen Kriegstreiber und Homophobie, punktet der vor Energie überschäumende Fronter Vince Nihil im Gelsenkirchener Amphitheater am zweiten Tag des ROCK HARD FESTIVALS 2023.

DEPRESSIVE AGE und VOIVOD genieße ich vom Camp aus bei einem zweiten Frühstück und etwas Ruhe. Die Nacht hatte doch etwas mehr geschlaucht, als gedacht. Dafür ging es dann frisch gestärkt weiter mit BRIAN DOWNEY´S ALIVE AND DANGEROUS.

Rock Hard Festival 2023 - Brian Downey's alive and dangerous (c) StagePix.de
Rock Hard Festival 2023 – Brian Downey’s alive and dangerous (c) StagePix.de

Der mittlerweile 73-jährige Drummer von THIN LIZZY kann zwar sein Alter lange nicht mehr leugnen, liefert dafür aber mit seiner Band um so besser ab. Die Combo ist gut eingegrooved und die alten LIZZY-Songs finden bei den Besucher/-innen des ROCK HARD FESTIVAL 2023 guten Anklang. Wenn auch der Gig ein wenig aus dem Rahmen fällt, spätestens bei „The Boys are Back in Town“ ist kein Halten mehr und gerade einigen Mid-Agern wird nach dem Gig klar: Ach, der Song war auch von THIN LIZZY?!

Rock Hard Festival 2023 - NESTOR (c) StagePix.de
Rock Hard Festival 2023 – NESTOR (c) StagePix.de

Mit einiger Verspätung durch einen gecancelten Flug aus Kopenhagen, der dadurch verursachten Umschichtung des Line-Ups für den Samstag und nach ziemlich genau 24 Stunden „on the road“, stehen nun NESTOR auf der Bühne. Meine ersten Gedanken sind: Bunt, Laut, Synth, geil! Der spätere Slot steht den Schweden gut und auch die Crowd ist begeistert. Als Fronter Tobias Gustavsson dann noch Unterstützung von Soul-Röhre Lolla Gardtman bekommt, eskaliert die Stimmung. NESTOR sind schon lange kein Geheimtipp mehr und so muss Gustavsson auch ohne Lolla Gardtmann kaum einen Song alleine singen. Als es dann noch als Zugabe das Whitney Huston Cover „I Wanne Dance With Somebody“ gibt, beweist uns ein sonnenbestrahltes und glück grinsendes Publikum, dass man Eskalation locker noch steigern kann.

Leck mich am Arsch, was ne geile Show!

Rock Hard Festival 2023 - SODOM (c) StagePix.de
Rock Hard Festival 2023 – SODOM (c) StagePix.de

Für die ausgefallenen EXODUS stehen nun SODOM auf den Brettern des Rock Hard Festivals 2023 und sorgen mit dem metaphorischen Vorschlaghammer für ein solides Kontrastprogramm zu NESTOR. Klar, es gab im Vorhinein die gewohnten Diskussionen, ob die Ersatzbesetzung angemessen ist, aber eins muss man Onkel Tom und seinen Mannen einfach lassen: SODOM geht (fast) immer und auch dieses Mal liefern Angelripper, Blackfire, Segatz und Merkel anständig ab. Zudem gibt es mit „Don’t Walk Away“ von TANK noch einen Tribut für deren am 17. Mai mit 63 Jahren verstorbenen TANK-Mitgründer und Basser Algy Ward.

Rock Hard Festival 2023 - TESTAMENT (c) StagePix.de
Rock Hard Festival 2023 – TESTAMENT (c) StagePix.de

Mit leichten Sound-Start-Schwierigkeiten geben TESTAMENT den Headliner des Abends mit einem ungeprobtem Old-School-Set. Die Sause läuft, die Hütte brennt und auch der Sound ist zum Ende ganz passabel.

Für mich bleibt jetzt noch KNORKATOR: Zähneputzen, Pullern und ab ins Bett!